Gegen Hatespeech im Netz – #WirSindDieMehrheit!

Was ist Hatespeech?

Hate Speech (dt.: Hassrede) ist ein Oberbegriff für das Phänomen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder Volksverhetzung im Internet und auf Social Media. Dabei werden Vorurteile gegen Einzelne oder bestimmte Gruppen zum Ausdruck gebracht. Dazu gehören u.a. Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Klassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit.

 

Bin ich betroffen?

Jeder von uns hat in direkter oder indirekter Form mit Diskriminierung, Rassismus oder Hatespeech zu tun gehabt. Laut der JIM-Studie 2020 war jeder fünfte selbst Opfer von Hatespeech im Internet. Dieser Hass ist aufgrund der Pandemie verstärkt im Internet auf den sozialen Medien zu finden. Andere Untersuchungen, wie die des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) zeigen auf, dass rund die Hälfte der Befragten aufgrund drohender Hasskommentare seltener ihre politische Meinung im Netz einbringen. Dies ist vor allem auch deshalb besorgniserregend, da Hatespeech damit die Meinungsvielfalt in unserer Demokratie einschränkt.

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Lerne Hate Speech zu entgegnen!

Mitte November bieten wir einen Workshop an, bei dem wir uns u.a. mit den Fragen beschäftigen, warum Hate Speech und menschenfeindliche Handlungen im Netz ein Problem darstellen, wie Du Gegenrede einbringen kannst und in welchen Situationen sich das überhaupt lohnt.

 

Die Plätze sind begrenzt. Melde Dich daher rechtzeitig an!

Hier geht´s zur Anmeldung

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Unser Ziel

Mit dem Projekt „Wir sind die Mehrheit“ möchte An-Nusrat e.V. (dt.: Die Hilfe) Frankfurter über Hatespeech im Netz aufklären und für das Thema sensibilisieren. Begleitet durch eine Social Media Kampagne und Plakataktionen, sollen sich Nutzer durch spannende Beiträge, Studien und Videos ermächtigt fühlen, Hate Speech im Netz zu entgegnen und zu bekämpfen.

Wenn auch du uns unterstützen möchtest, dann teile deine Impressionen mit dem Hashtag #WirSindDieMehrheit auf Social Media und setze ein Zeichen gegen Hass!

Dieses Projekt ist Teil der „Partnerschaft für Demokratie Frankfurt am Main“.

Genauso wie in der realen Welt, musst du Hass im Netz nicht über dich ergehen lassen. Es gibt Möglichkeiten, mit denen du dich zur Wehr setzen kannst.

So geht’s:

  1. Hasskommentare bei der Social Media Plattform melden
  2. Auf den Hasskommentar Antworten
  3. Den Dialog mit dem Verfasser solcher Kommentare aufsuchen
  4. Falls du Passiv betroffen bist, kannst du den direkt betroffenen anschreiben und signalisieren, dass sie nicht allein sind.

Die Meldeplattform “Hessen gegen Hetze“ vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport bietet den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, potenzielle Hassrede bzw. Hate Speech einfach und schnell per Online-Formular, E-Mail oder Telefon zu melden.

Nach diesen 3 einfachen Schritten wird die Meldestelle die eingegangenen Hinweise bewerten und diese an die zuständigen Behörden weiterleiten:

  1. Meldung verfassen
  2. Dokumentation durch Screenshot
  3. Angaben zur Person (optional)
Telefonisch erreichst Du die Meldestelle unter der 0611/353 9977 oder alternativ per Mail unter: mail@hessengegenhetze.de.
Hate Speech kann folgende Straftatbestände erfüllen:

§ 111 StGB – Öffentlicher Aufruf zu Straftaten
§ 130 StGB – Extremistische Inhalte (Volksverhetzung)
§ 185 StGB – Beleidigung
§ 186 StGB – Üble Nachrede
§ 187 StGB – Verleumdung
§ 241 StGB – Bedrohung

Straftat: § 111 – Öffentlicher Aufruf zu Straftaten

Anfang des Jahres musste ein 25-jähriger Hanauer 5.400€ Strafe zahlen, da er auf Facebook Beleidigungen und Drohungen gegen den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky aussprach. Der Täter musste 180 Tagessätze zu je 30€ zahlen. Quelle

Straftat: § 130 – Volksverhetzung

In Bayern ist ein 30-jähriger verurteilt worden, weil er folgenden Kommentar schrieb: “Gibt genug Deutsche, die für einen Euro arbeiten, um zu überleben, steckt es den Asi-Pack ruhig in den Arsch. Erschossen gehören die.”. Der vorbestrafte Mann bekam sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 80 Sozialstunden in der Flüchtlingshilfe. Quelle 

Straftat: § 130 – Volksverhetzung
Ein 34-jähriger Berliner hatte mehrfach auf Facebook zu Hass und Gewalt gegen ethnische Minderheiten aufgerufen. Für die Aussage “Ich bin dafür, dass wir die Gaskammern wieder öffnen und die ganze Brut da reinstecken.” musste er schließlich 4.800€ Strafe zahlen. Sollte er die Summe nicht begleichen, würden ihm 120 Tage Haft drohen. Quelle

Straftat: § 185 – Beleidigung

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali wehrte sich gegen beleidigende Kommentare auf ihrer Facebook-Seite. Das Landgericht Hamburg untersagte einem Facebook-Nutzer beleidigende Äußerungen gegen die Journalistin. Bei Zuwiderhandlung droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000€. Quelle

Zunächst solltest Du Dir folgende Fragen stellen:
1. Welche Botschaft steckt hinter dem Hasskommentar?
2. Wie ist die eigene Haltung zu diesem Thema?
3. Was sind sinnvolle und belegbare Argumente für die eigene Haltung?

Als nächstes solltest du deine eigene Sichtweise mit Argumenten klar kommunizieren, so dass die Diskussion konstruktiv geführt werden kann. Achtung: Begegne Hass nicht mit Hass. Achte stets auf einen respektvollen Umgang.

Hier haben wir für Dich ein Beispiel zusammengestellt:
Kommentar: „Die Asylbewerber vergreifen sich an unseren Frauen! Schiebt sie ab!“

Analyse: Pauschalisierung und Gleichsetzung von Asylbewerbern mit Sexualstraftätern

Konter: Sexualisierte Gewalt war schon immer ein Problem der gesamten Gesellschaft! Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat fast jede 7. Frau in Deutschland eine Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung erlitten. Die Sexualstraftäter sind meist Männer und kommen zu über 75 % aus dem sozialen Umfeld der Opfer (Familienangehörige, Nachbarn, Partner, Kollegen, Freunde). Sexualisierte Gewalt kann daher nicht einfach Asylsuchenden zugeschoben werden. Es muss das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verteidigt werden – gegenüber den alteingesessenen Nachbarn genauso wie gegenüber Zugezogenen. Nur dadurch können die Opferzahlen sexualisierter Gewalt wirklich reduziert werden.

Dont´s: „Hören Sie auf, alle Asylbewerber zu verdächtigen.“ Mit dieser Antwort bleibt man in der Debatte Asylbewerber = Straftäter verhaftet, auch wenn der Zusammenhang verneint wird.

Umfrage zu Hate Speech:

Reflektiere Dein Handeln in Bezug auf Hate Speech und nehme an unserer anonymen Umfrage teil!

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